EFT jetzt ausprobieren
EFT (Emotional Freedom Techniques) ist eine sanfte Form der Klopfakupressur. Sie können damit belastende Gefühle, Stress und körperliche Stresssymptome selbst wirksam reduzieren – in wenigen Minuten, jederzeit und überall.
Auf dieser Seite lernen Sie:
- das vollständige EFT-Grundrezept mit allen Körper- und Handpunkten
- die 9-Gamut-Sequenz (Handrücken-Sequenz)
- eine konkrete Mitmach-Übung zu einem alltagsnahen Thema
Wichtig: EFT ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung. Es ist eine wirksame Selbsthilfemethode und kann Fachbehandlungen sinnvoll ergänzen.
1. Ihr Ausgangspunkt: Thema und Belastungsstärke (SUD)
Bevor Sie klopfen, bestimmen Sie ein einziges, möglichst konkretes Thema.
1.1 Ein hochspezifisches Beispielthema
Für die Mitmach-Übung nehmen wir ein häufiges Thema vieler Menschen:
„Druck im Brustkorb, weil ich es schon wieder allen recht machen wollte und meine eigenen Grenzen übergangen habe.“
Spezifischer Kern:
- Situation: Gestern im Gespräch (z. B. mit einer Freundin, einem Familienmitglied oder einer Klientin / einem Klienten)
- Problem: Sie haben Ja gesagt, obwohl Sie innerlich Nein meinten
- Körpergefühl: Druck im Brustkorb
Sie können dieses Beispiel 1:1 mitmachen oder es leise an Ihre eigene, ähnliche Situation anpassen.
1.2 SUD – Belastungsstärke einschätzen
Schliessen Sie für einen Moment die Augen und erinnern Sie sich an die Situation gestern.
- Sehen Sie die Szene vor sich.
- Spüren Sie den Druck im Brustkorb, so gut wie möglich.
Jetzt bewerten Sie Ihre Belastung auf einer Skala von 0 bis 10:
- 0 = völlig neutral, kein Druck, kein Stress
- 10 = maximaler Druck, kaum auszuhalten
Notieren Sie Ihren Startwert:
Start-SUD: ____ / 10
2. Die EFT-Klopfpunkte im Überblick
Sie klopfen jeden Punkt mit 2–3 Fingerspitzen 5–7‑mal sanft, in einem zügigen Rhythmus (ca. 3–5 Klopfer pro Sekunde).
Körperpunkte
- Augenbraue (EB)
Anfang der Augenbraue, direkt über dem inneren Augenwinkel (bei der Nasenwurzel). - Seitlich am Auge (SE)
Knochenrand an der Aussenseite des Auges, auf Höhe der Pupille. - Unter dem Auge (UE)
Knochenrand direkt unter dem Auge, in der Mitte der Augenhöhle. - Unter der Nase (UN)
Vertiefung zwischen Nasenunterkante und Oberlippe. - Kinn (KI)
Vertiefung zwischen Unterlippe und Kinnspitze. - Schlüsselbein (SB)
Unterhalb des Schlüsselbeins, etwa dort, wo Schlüsselbein und Brustbein aufeinandertreffen.
Praktisch: Mit flacher Hand oder lockerer Faust in der Mitte des oberen Brustbeins klopfen. - Unter dem Arm (UA)
Seitlich am Oberkörper, etwa eine Handbreit unterhalb der Achselhöhle. - (Optional) Unter der Brust (UB)
Direkt unterhalb der Brustwarze am Brustansatz.
Handpunkte
- Daumen (DU)
Aussenseite des Daumens, an der Ecke der Nagelwurzel (von der Handinnenfläche weg). - Zeigefinger (ZF)
Seite der Nagelwurzel, die zum Daumen zeigt. - Mittelfinger (MF)
Seite der Nagelwurzel, die zum Daumen zeigt. - Kleiner Finger (KF)
Seite der Nagelwurzel, die zum Daumen zeigt. - Handkante (HK)
„Karate-Punkt“ in der Mitte der Handkante unterhalb des kleinen Fingers.
Gamut-Punkt (Handrücken)
- Handrücken / Gamut-Punkt (HR)
Auf dem Handrücken, zwischen Ring- und kleinem Finger, ca. 2–3 cm Richtung Handgelenk, in der kleinen Vertiefung zwischen den Sehnen.
3. Das EFT-Grundrezept – Schritt für Schritt
Klassisch besteht eine vollständige Runde aus:
- Setup am Handkantenpunkt (HK)
- Klopfrunde über alle Körper- und Handpunkte
- 9-Gamut-Sequenz auf dem Handrücken mit mentalem Fokus
- Klopfrunde über alle Punkte
- SUD nachmessen und bei Bedarf wiederholen
4. Mitmach-Übung: EFT-Runde zu „Druck im Brustkorb“
Bitte nehmen Sie sich jetzt ein paar Minuten Zeit und machen Sie die Übung aktiv mit.
4.1 Thema & Start-SUD
Unser Beispiel:
„Druck im Brustkorb, weil ich gestern im Gespräch meine Grenzen übergangen habe und es wieder allen recht machen wollte.“
- Rufen Sie die Szene bewusst auf.
- Spüren Sie den Druck im Brustkorb.
Start-SUD jetzt: ____ / 10
4.2 Setup-Satz am Handkantenpunkt (HK)
Klopfen Sie mit 2–3 Fingern auf die Handkante und sprechen Sie dreimal laut oder halblaut:
„Auch wenn ich diesen Druck im Brustkorb habe, weil ich gestern im Gespräch wieder nicht zu mir gestanden bin und es allen recht machen wollte, akzeptiere und liebe ich mich genau so, wie ich bin.“
Wenn Ihnen das Wort „liebe“ schwerfällt, können Sie auch sagen:
„… akzeptiere und achte ich mich genau so, wie ich bin.“
Wichtig ist, dass Sie den Satz fühlbar sagen – auch wenn Sie ihn noch nicht ganz glauben.
4.3 Erste Klopfrunde – Körper- und Handpunkte
Nun klopfen Sie alle Punkte der Reihe nach.
An jedem Punkt sagen Sie einen kurzen Erinnerungssatz, z. B.:
„Dieser Druck im Brustkorb, weil ich wieder nicht zu mir gestanden bin.“
Gehen Sie so durch:
- EB – „Dieser Druck im Brustkorb, weil ich wieder nicht zu mir gestanden bin.“
- SE – „Dieser Druck im Brustkorb, weil ich wieder nicht zu mir gestanden bin.“
- UE – „Dieser Druck im Brustkorb, weil ich wieder nicht zu mir gestanden bin.“
- UN – „Dieser Druck im Brustkorb, weil ich wieder nicht zu mir gestanden bin.“
- KI – „Dieser Druck im Brustkorb, weil ich wieder nicht zu mir gestanden bin.“
- SB – „Dieser Druck im Brustkorb, weil ich wieder nicht zu mir gestanden bin.“
- UA – „Dieser Druck im Brustkorb, weil ich wieder nicht zu mir gestanden bin.“
- (Optional) UB – „Dieser Druck im Brustkorb, weil ich wieder nicht zu mir gestanden bin.“
- DU – „Dieser Druck im Brustkorb, weil ich wieder nicht zu mir gestanden bin.“
- ZF – „Dieser Druck im Brustkorb, weil ich wieder nicht zu mir gestanden bin.“
- MF – „Dieser Druck im Brustkorb, weil ich wieder nicht zu mir gestanden bin.“
- KF – „Dieser Druck im Brustkorb, weil ich wieder nicht zu mir gestanden bin.“
- HK – „Dieser Druck im Brustkorb, weil ich wieder nicht zu mir gestanden bin.“
Bleiben Sie innerlich beim Thema: der Szene von gestern und dem Körpergefühl im Brustkorb.
4.4 9-Gamut-Sequenz mit mentalem Fokus
Klopfen Sie jetzt den Gamut-Punkt (HR) auf dem Handrücken durchgehend und bleiben Sie mit der Aufmerksamkeit bei:
- dem Bild der gestrigen Situation
- dem Druck im Brustkorb
Dann führen Sie nacheinander aus (während Sie weiter klopfen):
- Augen schliessen
- Augen öffnen
- Augen nach rechts unten schauen
- Augen nach links unten schauen
- Mit den Augen einen grossen Kreis gegen den Uhrzeigersinn drehen
- Mit den Augen einen grossen Kreis im Uhrzeigersinn drehen
- Eine Melodie summen (z. B. „Happy Birthday“)
- Laut von 1 bis 7 zählen
- Noch einmal kurz die Melodie summen
Atmen Sie einmal tief ein und aus.
4.5 Zweite Klopfrunde – Restbelastung
In der zweiten Runde arbeiten Sie mit dem Rest des Gefühls.
Nutzen Sie dafür eine leicht angepasste Formulierung, z. B.:
„Dieser restliche Druck im Brustkorb wegen gestern.“
Klopfen Sie wieder alle Punkte in der selben Reihenfolge:
- EB – „Dieser restliche Druck im Brustkorb wegen gestern.“
- SE – „Dieser restliche Druck im Brustkorb wegen gestern.“
- UE – „Dieser restliche Druck im Brustkorb wegen gestern.“
- UN – „Dieser restliche Druck im Brustkorb wegen gestern.“
- KI – „Dieser restliche Druck im Brustkorb wegen gestern.“
- SB – „Dieser restliche Druck im Brustkorb wegen gestern.“
- UA – „Dieser restliche Druck im Brustkorb wegen gestern.“
- (Optional) UB – „Dieser restliche Druck im Brustkorb wegen gestern.“
- DU – „Dieser restliche Druck im Brustkorb wegen gestern.“
- ZF – „Dieser restliche Druck im Brustkorb wegen gestern.“
- MF – „Dieser restliche Druck im Brustkorb wegen gestern.“
- KF – „Dieser restliche Druck im Brustkorb wegen gestern.“
- HK – „Dieser restliche Druck im Brustkorb wegen gestern.“
Atmen Sie erneut tief ein, lassen Sie die Schultern sinken.
4.6 Abschluss: SUD erneut messen
Schliessen Sie noch einmal die Augen, denken Sie wieder an die Szene von gestern und spüren Sie in Ihren Brustkorb.
- Wie stark ist der Druck jetzt – auf der Skala von 0 bis 10?
End-SUD: ____ / 10
- Wenn der Wert 0–2 ist: Geniessen Sie den Unterschied, bemerken Sie die Erleichterung.
- Wenn er noch 3 oder höher ist:
- machen Sie eine weitere Runde mit dem Fokus auf den „Restdruck im Brustkorb“
- oder werden Sie noch spezifischer (z. B. „Diese Wut, dass ich immer für alle da bin und mich selbst vergesse“).
5. Wie geht es jetzt weiter?
Mit dieser Übung haben Sie das vollständige EFT-Grundrezept kennengelernt:
- Setup
- Klopfrunde mit Körper- und Handpunkten
- 9-Gamut-Sequenz
- zweite Klopfrunde
- SUD-Kontrolle und Nacharbeit
Sie können dieselbe Struktur auf viele Themen anwenden:
- akuter Stress nach einem schwierigen Gespräch
- innere Unruhe vor einem Vortrag oder einem Auftritt
- Ärger oder Enttäuschung in Beziehungen
- körperliche Stresssymptome (z. B. flauer Magen, Druck im Nacken)
Wenn Sie EFT vertiefen und sicher anwenden möchten – für sich selbst oder in Ihrem Beruf – sind die EFT Basisseminare und Aufbauseminare am Schweizerischen Zentrum für EFT und Energiepsychologie der ideale nächste Schritt. Dort üben Sie das Grundrezept und viele weitere Anwendungen unter fachkundiger Anleitung – praxisnah, sicher und in geschütztem Rahmen.
6. Wichtige Hinweise zur Anwendung
- Geduld: Manchmal braucht es mehrere Anwendungen, um tiefsitzende Themen zu lösen.
- Selbstfürsorge: Achten Sie darauf, sich während und nach der Anwendung Zeit für sich zu nehmen.
- Professionelle Unterstützung: Bei schweren oder komplexen Problemen empfehlen wir, eine erfahrene EFT-Trainerin oder einen EFT-Trainer zu konsultieren.
- Regelmässigkeit: Regelmässiges Üben stärkt Ihre Selbstwirksamkeit und fördert nachhaltige Veränderungen.
Mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung können Sie EFT einfach und sicher in Ihren Alltag integrieren. So gewinnen Sie mehr emotionale Freiheit, reduzieren Stress und stärken Ihre Lebensenergie – ganz nach dem Motto: Sie haben die Kraft, Ihre Gefühle positiv zu verändern!
